Bis 11 Uhr bleibt es heute bewölkt, sodass ich mehr als die Hälfte der Strecke in der angenehmen Morgenkühle zurücklegen kann. Doch der Weg hält direkt eine Herausforderung bereit: Mitten im Nirgendwo habe ich erneut eine Begegnung mit einem Riesenhund, der mir ganz allein entgegenkommt. Mit Gänsehaut und klopfendem Herzen versuche ich, ihn nicht anzusehen und in gleichmäßigem Tempo an ihm vorbeizuziehen. Ich traue mich nicht einmal, mich umzudrehen, nachdem ich ihn passiert habe. Er wirkt nicht wie ein Streuner, aber was er so weit außerhalb des Dorfes treibt, bleibt mir ein Rätsel.
Der Camino zeigt sich heute abwechslungsreich und führt ständig bergauf und bergab. Für meinen Geschmack muss ich die Gummikappen meiner Stöcke viel zu oft an- und wieder ausziehen, um auf dem wechselnden Untergrund Halt zu finden. Doch dann schenkt mir der Weg einen besonderen Moment: Zum zweiten Mal höre ich den Ruf eines Kuckucks. Gefühlt habe ich diesen Vogel das letzte Mal in meiner Kindheit gehört - eine wunderschöne, lebendige Erinnerung.
Sieben Kilometer vor meinem Ziel in Lourenzá gönne ich mir in einem kleinen Café eine ausgiebige Pause. Da die heutige Etappe kürzer ist, lasse ich es bewusst ruhig angehen. Ich genieße ein unglaublich leckeres Sandwich mit Tortilla de Patata und Guacamole. Das Brot wurde erst vor wenigen Stunden gebacken; es ist außen so knusprig, dass es beim Anbeißen richtig knackt, während es innen herrlich weich ist - ein echter Extrakick für die Sinne. Dazu zwei Tassen Milchkaffee in der Sonne - pure Lebensqualität.
Lourenzá ist eine größere Ortschaft mit einem beeindruckenden historischen Kloster, dem San Salvador. Die Kirche ist von außen eine der schönsten, die ich auf dem Camino bisher gesehen habe, doch wie so oft in Spanien ist sie verschlossen. Mein sehnlichster Wunsch ist es, sie von innen zu sehen und dort einen Stempel zu bekommen.
Meine Unterkunft ist eine preisgünstige, familiengeführte Pension mit einem großen Garten, einem Pool voller Mini-Koikarpfen und sogar Hühnern. Es ist berührend zu beobachten, wie hier alle zusammenhelfen. Der etwa vierjährige Enkel unterstützt den Opa bei der Gartenarbeit oder die Mutter beim Empfang der Gäste, während die Großmutter sich um das zweijährige Kind kümmert. Diese Familie strahlt eine tiefe Zufriedenheit und einen starken Zusammenhalt aus.
Am frühen Abend zieht es mich noch einmal ins Zentrum zur Touristeninformation. Und dann geschieht das kleine Wunder: Die Kirchentür steht plötzlich offen! Ich kann mein Glück kaum fassen, treffe im Inneren einen Mitarbeiter und habe genau sechs Minuten Zeit, bevor er abschließt. Die Kirche ist von innen noch beeindruckender als von außen. Während ich meinen Stempel erhalte, erfahre ich, dass das Bauwerk aus dem Jahr 1732 stammt.
Auf wundersame Weise wurde mein Wunsch heute erfüllt. Während ich diese Zeilen vor dem Einschlafen schreibe und mich dafür beim Universum bedanke, erklingen in diesem Moment zwei Schläge der Kirchenglocken in einem weichen, schönen Klang. Es fühlt sich an, als würde mir das Universum antworten: „Gern geschehen“.
Heute habe ich gelernt, dass wer mit offenem Herzen und Geduld geht, wird reich beschenkt - manchmal durch einen Kuckucksruf, manchmal durch das perfekte Timing einer offenen Tür.
Der Camino zeigt sich heute abwechslungsreich und führt ständig bergauf und bergab. Für meinen Geschmack muss ich die Gummikappen meiner Stöcke viel zu oft an- und wieder ausziehen, um auf dem wechselnden Untergrund Halt zu finden. Doch dann schenkt mir der Weg einen besonderen Moment: Zum zweiten Mal höre ich den Ruf eines Kuckucks. Gefühlt habe ich diesen Vogel das letzte Mal in meiner Kindheit gehört - eine wunderschöne, lebendige Erinnerung.
Sieben Kilometer vor meinem Ziel in Lourenzá gönne ich mir in einem kleinen Café eine ausgiebige Pause. Da die heutige Etappe kürzer ist, lasse ich es bewusst ruhig angehen. Ich genieße ein unglaublich leckeres Sandwich mit Tortilla de Patata und Guacamole. Das Brot wurde erst vor wenigen Stunden gebacken; es ist außen so knusprig, dass es beim Anbeißen richtig knackt, während es innen herrlich weich ist - ein echter Extrakick für die Sinne. Dazu zwei Tassen Milchkaffee in der Sonne - pure Lebensqualität.
Lourenzá ist eine größere Ortschaft mit einem beeindruckenden historischen Kloster, dem San Salvador. Die Kirche ist von außen eine der schönsten, die ich auf dem Camino bisher gesehen habe, doch wie so oft in Spanien ist sie verschlossen. Mein sehnlichster Wunsch ist es, sie von innen zu sehen und dort einen Stempel zu bekommen.
Meine Unterkunft ist eine preisgünstige, familiengeführte Pension mit einem großen Garten, einem Pool voller Mini-Koikarpfen und sogar Hühnern. Es ist berührend zu beobachten, wie hier alle zusammenhelfen. Der etwa vierjährige Enkel unterstützt den Opa bei der Gartenarbeit oder die Mutter beim Empfang der Gäste, während die Großmutter sich um das zweijährige Kind kümmert. Diese Familie strahlt eine tiefe Zufriedenheit und einen starken Zusammenhalt aus.
Am frühen Abend zieht es mich noch einmal ins Zentrum zur Touristeninformation. Und dann geschieht das kleine Wunder: Die Kirchentür steht plötzlich offen! Ich kann mein Glück kaum fassen, treffe im Inneren einen Mitarbeiter und habe genau sechs Minuten Zeit, bevor er abschließt. Die Kirche ist von innen noch beeindruckender als von außen. Während ich meinen Stempel erhalte, erfahre ich, dass das Bauwerk aus dem Jahr 1732 stammt.
Auf wundersame Weise wurde mein Wunsch heute erfüllt. Während ich diese Zeilen vor dem Einschlafen schreibe und mich dafür beim Universum bedanke, erklingen in diesem Moment zwei Schläge der Kirchenglocken in einem weichen, schönen Klang. Es fühlt sich an, als würde mir das Universum antworten: „Gern geschehen“.
Heute habe ich gelernt, dass wer mit offenem Herzen und Geduld geht, wird reich beschenkt - manchmal durch einen Kuckucksruf, manchmal durch das perfekte Timing einer offenen Tür.