Ich habe mich entschieden, noch eine zusätzliche Nacht in Bilbao zu bleiben. Also insgesamt werde ich hier die nächsten drei Nächte bleiben, um meinen Zehen die nötige Zeit zum Heilen zu geben.
Heute Morgen hieß es Abschied nehmen von Angelika. Ihr Flug geht erst gegen 17 Uhr, und bis dahin wollte sie noch ein wenig durch die Stadt bummeln. Draußen regnet es hin und wieder, also verbringe ich den gesamten Vormittag mit Schreiben. Gerade als ich den Punkt hinter den letzten Satz setze und denke, dass es nun Zeit für einen Kaffee wäre, ploppt eine Nachricht von Angelika auf: Sie steht unten an der Rezeption und fragt, ob wir noch etwas Zeit zusammen verbringen wollen. Was für ein perfektes Timing!
Sie lädt mich auf einen Kaffee ein, und wir plaudern, bis es für sie Zeit ist, zum Flughafen aufzubrechen. Wir verabschieden uns - diesmal endgültig - mit dem Versprechen, hin und wieder voneinander hören zu lassen. Ich mag Angelika wirklich sehr; sie ist eine tolle Begegnung auf diesem Weg.
Kurz darauf mache ich mich auf den Weg zum Guggenheim-Museum, da mir ein Freund freundlicherweise den Eintritt geschenkt hat. Unterwegs kehre ich in einer Bar für ein kleines Mittagessen ein und verschlinge drei verschiedene Pintxos. Ich versuche, so viele Varianten wie möglich zu probieren, und bisher hat sich noch keine wiederholt. Es ist wahnsinnig gemütlich hier, und die leise Musik von den Beatles und Elvis trägt ihren Teil zur entspannten Stimmung bei.
Ich merke immer wieder, dass meine Verschnaufpausen definitiv untrennbar mit gutem Essen und Genießen verbunden sind.
Heute habe ich gelernt, dass Genuss die beste Medizin für müde Pilgerfüße ist.