Nordic Walking el Camino

27.04.26 Ankunft. Düsseldorf - Irun

2026-05-03 18:07
Ich sitze im ersten Flugzeug des Tages nach Bilbao. Der Abflug verspätet sich um 30 Minuten - nichts, was wir nicht kennen. Der Grund: Eine Handvoll Passagiere ist nicht zum Boarding erschienen, jetzt muss ihr aufgegebenes Gepäck wieder aus dem Flugzeug entladen werden. Das habe ich auch noch nie erlebt!

Eigentlich war diese Verspätung wieder mal ein tolles Geschenk des Universums (ja, ich glaube, dass etwas Großes mir Geschenke macht - man muss sie nur erkennen). Ich nutze die Zeit, um meine Notizen zu schreiben.

Da das Flugzeug halb leer ist, nutze ich die Gelegenheit und setze mich um. Jetzt sitze ich ganz vorne auf einem Gangsitz mit viel Beinfreiheit. Danke schön!

In knapp zwei Stunden erreichen wir Bilbao. Und es scheint, als ob der Camino mich willkommen heißt. Meine Anreise war noch nie so einfach. Der Bus nach San Sebastián fährt direkt vor der Tür des Flughafens ab. Am Ticketautomaten hilft mir eine nette Dame, ein Busticket zu kaufen. Nach knapp einer Stunde, einer sehr komfortablen Fahrt, sind wir in San Sebastián. Jetzt muss ich mit dem Zug nach Irun weiterfahren.

Als ich die Tür des Bahnhofs öffne, kommt mir ein Mann entgegen und sagt, dass alle Züge nach Irun ausfallen und man stattdessen eine Straßenbahn nehmen muss. Die Fahrt dauert genauso lange wie mit dem Zug, ist aber viel billiger. Keine Ahnung, woher er wusste, dass ich nach Irun muss. Na ja, auch egal. Ich nehme sein Angebot an, mich zum anderen Bahnhof mitzunehmen (er fuhr übrigens auch nach Irun). Zum Glück! Alleine hätte ich ewig gebraucht, anderen Bahnhof zu finden. Dieser Mann hilft mich auch das Bahnticket zu kaufen.

In Irun angekommen, erklärt er mir den Weg zu meiner Pension, wo es einen günstigen Supermarkt gibt, wo die Polizei ist und wo es gute Bars gibt, wünscht mir „Buen Camino“ - und wir verabschieden uns. Unglaublich!

Irun ist ein nettes Städtchen. Für die erste Nacht bleibe ich in einer sehr gemütlichen Pension mit einem wunderschönen Blick auf die Berge, die ich von meinem Bett aus bewundern kann. Die Treppe, die zur Pension führt, ist eine kleine Herausforderung - aber eine gute Kostprobe auf die Bergwanderung mit 18 kg auf den Schulter.

Meine Credential habe ich im Rathaus samt erstem Stempel bekommen. Morgen geht es los.