Nordic Walking el Camino

3. Tag. 30.04.26. Zarautz

2026-05-06 12:11
Heute steht fest: Pause machen und sich so wenig wie möglich bewegen! Mein Körper braucht diese Erholung dringend.

Generell übernachte ich lieber in etwas teureren Hostels (etwa 24 € pro Nacht). Das lohnt sich, denn sie sind sauber, gut ausgestattet und die Betten wirken wie eigene, abschließbare Kabinen mit frischer Bettwäsche. Bisher habe ich mir Zimmer mit 5 bis 19 Personen geteilt, und erstaunlicherweise hat noch niemand geschnarcht - aber meine Wanderung ist ja noch lang.

Heute bin ich bis 8 Uhr im Bett geblieben und habe ganz in Ruhe gefrühstückt. Mein Frühstück ist allerdings eine Geschichte für sich: Es gab ein Reststück Vollkornbaguette von vorgestern, dazu Käsereste und... eine Dose Sardinen in Olivenöl. Am anderen Ende des Tisches frühstückte eine Frau Toastbrot (auf der Packung stand „völlig diätisch“) mit Frischkäse und Marmelade, dazu ein Glas warme Milch. Ich habe sie wohl etwas skeptisch angeschaut, denn ich war mir sicher: Nach zwei Stunden hat sie wieder Hunger! Und tatsächlich - ein kleiner „Spoiler“ - wenige Stunden später sah ich sie wieder in der Küche essen. Wahrscheinlich dachte sie in dem Moment: „Wie kann man bloß Sardinen zum Frühstück essen?!“

Da ich mich ohnehin kaum rühren kann, habe ich beschlossen, ein wenig zu arbeiten - tippen geht schließlich noch. Ich konnte mich gut fokussieren und habe eine Präsentation für den nächsten Tag fertiggestellt.

Am Nachmittag zog es mich dann doch zu einem Strandspaziergang nach draußen; der Strand liegt nur fünf Gehminuten vom Hostel entfernt. Dort befindet sich ein Restaurant mit Bar und Konditorei des berühmten spanischen Fernsehkochs Karlos Arguiñano. Vor meinem Spaziergang habe ich mich dort mit hervorragenden Pintxos und einem Cortado gestärkt. Das Restaurant hat eine Terrasse direkt zum Meer hin. Falls ihr euch zufällig mal nach Zarautz „verlauft“, solltet ihr dort unbedingt essen – aber bitte nur mit vorheriger Reservierung!

Es war ein herrlich sonniger Tag und das Wasser leuchtete tiefblau. Ich habe den Duft des Meeres und das Rauschen der Wellen in vollen Zügen genossen und dabei gemerkt, wie sehr ich diese kilometerlangen Strandspaziergänge vermisst habe.

Den Abend habe ich in einer Bar direkt über dem Hostel verbracht, wo ebenfalls fantastische Pintxos angeboten werden. Da ich hier mitten in der Anbauregion des Txakoli, eines einheimischen Weißweins, bin, wäre es eine Sünde gewesen, ihn nicht zu kosten – zumal er kaum exportiert wird. Er schmeckt hervorragend, übrigens viel besser als der aus Bilbao.

Heute habe ich gelernt: Die Arbeit macht deutlich mehr Spaß, wenn man sie entspannt angeht.